Kammerorchester Plochigen
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nächste Veranstaltung
Zum nächsten Konzert am Sonntag, 14.10.2018 um 18 Uhr möchten wir herzlich einladen! Zur Aufführung kommen diesmal unter anderem das Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart.


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Aktuelles:

Das 1980 gegründete Kammerorchester Plochingen e.V. im Landkreis Esslingen besteht zur Zeit aus etwa 30 Laienmusikern (Streichern und Bläsern), die jeden Dienstag ab 20 Uhr ihrer Liebe zur Orchestermusik nachkommen. Neue Mitglieder zum Mitspielen sind jederzeit willkommen (Kontaktdaten siehe rechts)!



Frühwerke russischer Genies im Frühjahrskonzert

Das Kammerorchester Plochingen unter der Leitung von Bertram Schade spielte am 18. März 18 um 18 Uhr sein sinfonisches Frühjahrskonzert in die Plochinger Stadthalle. Auf dem Programm standen drei Frühwerke russischer Komponisten, die Kraft und ungestüme Leidenschaft atmen. Die Fantasie-Ouvertüre ,,Romeo und Julia" des 30jährigen Peter Tschaikowski erzählt von Liebessehnsucht, Hass und Todeskampf. Im Zentrum des Konzert stand das Klavierkonzert Nr. 1 fis-moll von Sergei Rachmaninow, ein Geniestreich des Siebzehnjährigen (Solistin: Karin Reitz). Und die Sinfonie Nr. Es-Dur von Alexander Borodin beschloss den Konzertabend: Sie ist die erste russische Sinfonie von größerer Bedeutung.



Zum Programm: Alle drei ausgewählten Werke wurden in existentiellen Ausnahmesituationen als Erstlingswerke komponiert.

Peter Tschaikowski: Romeo und Julia - Fantasie Ouvertüre (1869):
Mit einem Bruch aller bürgerlicher Sicherheiten begann Tschaikowskis Laufbahn. Aus gutbürgerlicher, weltoffener Familie stammend, verstand er von allen russischen Komponisten am besten, die Aufgeschlossenheit für die westliche Kultur mit den eigenen Wurzeln zu verbinden. Mit fünfundzwanzig brach der sensible junge Mann mit seiner unproduktiven Arbeit als juristischer Staatsbeamter und mit der Oberflächlichkeit der Petersburger Salons und wandte sich einem Musikstudium zu. Auf Anregung des Komponisten Balakirew befasste er sich 1869 kompositorisch mit dem Stoff von Shakespeares ,,Romeo und Julia". Sein ganzes Leben fühlte er sich zu Themen hingezogen, in denen (wie in seiner eigenen, ihn belastenden, isolierenden Homosexualität) die Liebe an einem feindlichen, unversöhnlichen Schicksal scheitert. Aus diesen Studien und dieser Situation entstand die Fantasie-Ouvertüre für Orchester. Formal lehnt sich das Werk an die Sonatenform an. Die beiden Themen sind die der Tragödie Shakespeares: die Liebe zwischen Romeo und Julia und die unerbittliche Feindschaft ihrer beiden Familien, die schließlich den Tod des jungen Paares herbeiführt. Die entsprechenden musikalischen Themen erklingen nach der Einführung, deren religiöse Atmosphäre vielleicht den mitleidvollen Pater Lorenzo charakterisieren soll. Die tumultartige Auseinandersetzung der beiden Familien weicht bald einer Beschreibung der Liebenden, die in zwei miteinander verbundenen, sehnsuchtsvollen Melodien ausgedehnt wird. Mit der Durchführung kehrt die Familienfehde zurück, und die Tragödie nimmt nach einer leidenschaftlichen Wiederholung der Liebesthemen ihren unaufhaltsamen Verlauf. Nach einem erschütternden Höhepunkt verkünden die tiefen Streicher, beginnend mit einem Trauermarsch in den Kontrabässen, den Tod Romeos und Julias: Die Musik der beiden Liebenden wird zu einem Klagegesang verklärt; dann endet das Werk in gelähmter, dumpfer Erschütterung.

Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr.1 fis-moll (1890/92):
Mit dem Rauswurf aus dem Petersburger Konservatorium 1885 war seine musikalische Ausbildung eigentlich gescheitert. Zahlreiche Schicksalsschläge hatten seine Familie in den Ruin getrieben: Sein Vater, alkoholkrank und spielsüchtig, hatte das Familienvermögen durchgebracht. Seine Eltern hatten sich getrennt. Seine Schwester und sein Bruder waren an Typhus erkrankt, die Schwester war daran gestorben. Die Wohnung der sechsköpfigen Familie hatte aufgegeben werden müssen. Sergej fehlte eine Vaterfigur: Er schwänzte die Schule, seine Zeugnisse stürzten ab - sein Klavierunterricht am Konservatorium wurde abgebrochen. Aber: Ein Cousin ermöglichte dem Zwölfjährigen, in Moskau, abseits von seiner Familie, ein Klavierstudium am Konservatorium, das er vorzeitig und mit Auszeichnung 1891 beendete. Weitab von der Bedrängnis und den Enttäuschungen begann er, erst siebzehn Jahre alt, in den Sommerferien 1890 auf dem Landgut seiner Vettern sein Klavierkonzert Nr.1 fis-moll, das er im folgenden Sommer in einem Schaffensrausch in nur zwei Tagen vollendete. Es war sein Opus 1. In einem Studentenkonzert brachte er selbst den ersten Satz zur Uraufführung. Ungehemmter Gefühlsüberschwang, rückhaltlose Leidenschaft, ausdrucksvolle Melodien, komplexe Strukturen und subtil gefärbte, an die russisch-orthodoxe Kirchenmusik angelehnte Harmonien prägten sein Musikverständnis. In einer Revision seines Konzerts setzte er 1917 die Anforderungen an den Solopart noch einmal höher, ohne dass es etwas von seiner einmaligen Intensität verlor: ein geniales, schwer zu spielendes Erstlingswerk!

Alexander Borodin: Sinfonie Nr.1 Es-Dur (1869):
Borodin sagte über sich selbst: ,,Ich eile überall hin und komme überall zu spät an." Als unehelicher Sohn eines russischen Fürsten geboren, wuchs er wohlbehütet bei seiner Mutter auf, einer Katzennärrin, die ihren kleinen Sohn liebevoll ,,mein 100-Rubel-Katerchen" nannte und ihn noch als Vierzehnjährigen an der Hand nahm und ihm über die Straße half, damit er ja nicht unter ein Pferd komme. Aufgewachsen neben einem Exerzierplatz hörte er tagein tagaus Militärmärsche, die er auf dem Klavier nachspielte. Von einem Soldaten erhielt er Flötenunterricht. Seine andere Leidenschaft war von Anfang an aber die Chemie. Er promovierte in Medizin und Chemie und arbeitete als international anerkannter Wissenschaftler. Musikalisch hatte er das Violoncello und die Kammermusik entdeckt und brachte mit Freunden exzessive Musiziernächte und Wochenenden zu. Auch bei seinen ersten Kompositionsversuchen war viel Autodidaktisches im Spiel. Überzeugt, dass seine wirkliche Berufung das Komponieren sei, wurde er von Mili Balakirew. Dieser entdeckte in einem kleinen Kreis musikalische Talente und brachte sie auf unkonventionellen Wegen zu selbstständigem und unabhängigem Denken. Die Sinfonie Es-Dur aus dieser Zeit ist das erste große Werk Borodins und zugleich die erste russische Sinfonie. Ein längerer Anfall von Zahnschmerzen hatte ihn eine Zeitlang dienstunfähig gemacht, so dass er ,,aus Langeweile" im Bett komponieren konnte. Er pflegte sich dabei über viele Stunden in einen entrückten ,,Flow-Zustand" zu versetzen. In den schnellen Ecksätzen hat man die starke Hand seines Vorbildes Beethoven zu entdecken geglaubt. Das Scherzo greift auf ,,Romeo und Julia" von Berlioz zurück, enthält aber auch unverkennbar eigene Elemente, wie das zuerst bei einer Flöte zu hörende Gelächter. Das Trio ist ein Lied im Stil russischer Folklore. Im Andante fließen nicht enden wollende Melodien im Cello, seinem Lieblingsinstrument.

Ulrich Kernen

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Wir suchen:
- interessierte Mitspieler, die ein Orchesterinstrument spielen!

Interesse? Wir proben immer dienstags 20:00-22:00 im Musiksaal des Gymnasiums Plochingen. Termin der ersten Probe für das nächste Projekt: 10.4.2018. Sie können sich jederzeit melden.
Probenplan des laufenden Projekts





 
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