Kammerorchester Plochigen
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nächste Veranstaltung
Zum nächsten Konzert am Sonntag, 13.10.2019 um 18 Uhr möchten wir herzlich einladen! Zur Aufführung kommen diesmal die "kleine" g-Moll-Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart und die 3. Sinfonie (Eroica) von Ludwig van Beethoven.


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Das 1980 gegründete Kammerorchester Plochingen e.V. im Landkreis Esslingen besteht zur Zeit aus etwa 30 Laienmusikern (Streichern und Bläsern), die jeden Dienstag ab 20 Uhr ihrer Liebe zur Orchestermusik nachkommen. Neue Mitglieder zum Mitspielen sind jederzeit willkommen (Kontaktdaten siehe rechts)!



Romantik pur

Das Kammerorchester Plochingen unter der Leitung von Bertram Schade spielte bei seinem letzten Programm am 31. Maerz 2019 in der Plochinger Stadthalle Werke aus der Romantik. Zunächst erklang die Ouvertüre aus der Oper Freischütz von Carl Maria von Weber. Im Anschluss folgte eines der berühmtesten Konzertwerke der Romantik, nämlich das Doppelkonzert fuer Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms. Nach der Pause wurde das Konzert von einer heute eher unbekannten, aber nicht minder schönen Sinfonie Nr.1 a-Moll des österreichischen Komponisten Franz Schreker abgeschlossen.

Solistinnen für das Doppelkonzert waren diesmal die tschechische Geigerin Lenka Matejáková und die neuseeländische Cellistin Aleisha Verner .



Romantik hochdrei!

Für sein Frühjahrskonzert am Sonntag, 31. März, um 18 Uhr in der Plochinger Stadthalle hat sich das Plochinger Kammerorchester unter der Leitung von Bertram Schade ganz der Romantik verschrieben. In der Ouvertüre zur Oper ,,Der Freischütz" von Carl Maria von Weber erleben die Zuhörerinnen und Zuhörer den in Töne gesetzten Kampf zwischen Dunkel und Hell, zwischen Hass und Friedensliebe. Das Doppelkonzert a-moll opus 102 für Violine und Violoncello von Johannes Brahms, sein letztes Orchesterwerk, ist der Spiegel einer Freundschaft, die nach jahrelangem Zerwürfnis wieder erwacht. Den Solopart darin haben Lenka Matejáková (Violine) und Aleisha Verner (Violoncello) übernommen. Die bis 2001 vergessene Sinfonie Nr. 1 a-moll (1899) von Franz Schreker erlebt in Plochingen wohl ihre süddeutsche Erstaufführung: In wundervollen Klangmischungen kann man in die Welt der Spätromantik eintauchen.

Zum Programm:

Carl Maria von Weber: Ouvertüre zur Oper ,,Der Freischütz" (1821): Carl Maria von Weber machte viele Wanderfahrten seiner zirkushaft reisenden Familie mit. Das bedeutete für den Jungen: Offensein für den Wechsel, für Neues, für Fremdes. Hie und da erhielt er etwas Musikunterricht bei guten Meistern. So wuchs etwas Besonderes heran. Ihn reizte das Neue: Von der Umgebung Dresdens beeindruckt und von einer Gespenstergeschichte inspiriert, wandte er sich später einem deutschen Opernstoff zu. Darin trachteten dämonische Mächte danach, das Gute im Menschen auszulöschen. Das Ergebnis war ein Meisterstück hintergründiger, atmosphärischen Verdichtung. Das Neue daran war, dass Gefühle wurden durch Klangfarben und ,,sprechende" Motive ausgedrückt. Weber bemerkt selbst: ,,Auf die Ouvertüre bilde ich mir etwas ein; wer zu hören versteht, wird die ganze Oper wie in einer Nussschale darin finden." Nach einem ,,Vorhang" langsamer Streichertöne beschwören die Hörner im Volksliedton Waldidylle herauf, in die sich bald Elemente des Dämonischen mischen. Weber suchte dafür nach den richtigen Klängen: ,,Natürlich musste es eine dunkle, düstere Klangfarbe sein, also die tiefen Regionen der Klarinette, die mir ganz besonders geeignet erschien zum Malen des Unheimlichen, ferner die klagenden Töne des Fagotts, die tiefsten Hörner, dumpfe Wirbel der Pauken und einzelne Paukenschläge." Danach wird der Kampf der finsteren und der guten Mächte ausgetragen. Auf der einen Seite erklingen das Motiv des finsteren Samiel, das "Gewittermotiv" und das ,,Umgarnungsmotiv" des Verführers. Wer einmal die Felsenschluchten der ,,Sächsischen Schweiz" erlebt hat, kann sich das schauerliche Ambiente vor Augen führen. Dagegen erhebt sich der helle, zuversichtliche Jubel im Motiv der Agathe, in dem die Flöten und die hohen Streicher dominieren. Dieses Ringen gipfelt schließlich in drei Generalpausen, in denen unsere Spannung bis zum Äußersten gesteigert wird. Dann, in der Coda, findet alles seine Erlösung.

Johannes Brahms: Konzert für Violine und Violoncello und Orchester a-moll opus 102 : Im Sommer 1887 schrieb Brahms während eines Urlaubs am Thuner See sein Doppelkonzert für zwei Streichinstrumente. Er folgte damit barocken und klassischen Vorbildern. Der Schlüssel zum Verständnis ist jedoch in seiner Biografie zu finden. Er war mit Joseph Joachim, dem berühmtesten Geiger seiner Zeit, befreundet. Bei der Entstehung einiger Werke arbeiteten sie Hand in Hand zusammen. Joachims Frau litt unter der krankhaften Eifersucht ihres Mannes. Und als sich Brahms vor dem Scheidungsgericht als Zeuge auf die Seite der Frau schlug, kam es zum Bruch. Brahms hatte inzwischen dem Cellisten Robert Hausmann ein Konzert versprochen. Gleichzeitig wollte er aber auch mit einer Komposition für Violine den ersten Schritt zu einer Versöhnung mit seinem alten Freund machen. Als ,,Ausweg" bot sich also ein Doppelkonzert an. Joachim nahm das Angebot an und machte wie früher Veränderungsvorschläge, in denen er einige Stellen schwieriger machte, um noch mehr brillieren zu können. Dies wurde von Brahms höflich, aber entschieden abgelehnt. Trotzdem blieb Joachim dabei, denn er bemerkte wohl die respektvollen Anspielungen im Stück auf den Freund und ihre Freundschaft - im Miteinander und Gegeneinander der Solisten. Die Introduktion des ersten Satzes verblüfft durch unvermittelt aus dem Orchestersatz herausspringende Rezitative der Soli; sie münden in Dialoge und gemeinsames Agieren. Im ersten Satz wird ferner das Hauptthema eines Violinkonzerts von Viotti zitiert, eines Lieblingswerks Joachims. Im schlichten Andante ,,singen" die beiden Solisten einträchtig im Oktavabstand miteinander. Außerdem wird Joachim auch nicht entgangen sein, dass Brahms seine Devise F-A-E (frei, aber einsam) als Motiv eingebaut hatte. Im tänzerisch-dämonischen dritten Satz greift Brahms schließlich Joachims Vorliebe für ungarische Klänge auf. Das Werk ist nicht leicht zugänglich, aber man kann darin immer wieder Neues entdecken.

Franz Schreker Sinfonie Nr.1 a-moll (1899): Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte er zu den erfolgreichsten Komponisten. Er experimentierte mit spätromantischen Klängen, war aber auch empfänglich für die Musik der Impressionisten. 1933 entzogen ihm jedoch die Nationalsozialisten unter dem Etikett ,,Entartete Musik" alle Arbeitsmöglichkeiten; er starb ein Jahr darauf. Erst vor wenigen Jahren wurde sein musikalisches Erbe wiederentdeckt und geschätzt. Seine erste Sinfonie, deren letzter Satz verschollen ist, wurde 2001(!) uraufgeführt. Sie stammt aus seiner romantischen Anfangsphase; da folgte der neunzehnjährige Wiener Musikstudent noch der an der Musikakademie favorisierten Tonsprache von Johannes Brahms, ging aber mit seiner Sensibilität für Nuancen deutlich über dieses Vorbild hinaus; ungewöhnliche Instrumentalfarben und raffinierte Klangmischungen interessierten ihn. Auch in diesem Werk finden sich überraschend frische Klänge. Dem Plochinger Kammerorchester half es bei den Proben, die Musik mit optischen Vorstellungen zu koppeln. So verband man den Anfang des Trios im Scherzo mit den wunderbaren Grüntönen irischer Landschaften; die ätherischen Klänge zu Beginn des dritten Satzes sind sehr bedachtsam zu spielen, als seien sie ,,heilige" Musik... Schreker beschwor hier noch einmal das romantische Zeitalter herauf, bevor er sich an Neues wagte. Mit der Auswahl dieses Werkes folgt Bertram Schade seiner Linie, selten zu Hörendes wieder erlebbar zu machen.

Ulrich Kernen

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Wir suchen:
- interessierte Mitspieler, die ein Orchesterinstrument spielen!

Interesse? Wir proben immer dienstags 20:00-22:00 im Musiksaal des Gymnasiums Plochingen. Termin der ersten Probe für das nächste Projekt: 9.4.2019 (Sie können aber auch erst am 30.4.2019 einsteigen). Sie können sich jederzeit melden.
Probenplan des laufenden Projekts





 
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