Kammerorchester Plochigen
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Nächste Veranstaltung
Unser nächstes geplantes Konzert Sonntag , 11.10.2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Plochingen geplant. Laut derzeitiger Corona-Ordnung kann es auch (mit beschränkter Zuschauerzahl) stattfinden. Änderungen werden rechtzeitig auf dieser Web-Seite bekannt gegeben.


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Klassik mit Leidenschaft

Das Kammerorchester Plochingen unter der Leitung von Bertram Schade spielte bei seinemProgramm am 13. Oktober 2019 in der Plochinger Stadthalle Werke aus der Bl?tezeit der Wiener Klassik. Erffnet wurde das Konzert mit der 25. Sinfonie in g-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart - einer ungewhnlich ausdrucksstarken Sinfonie aus seiner Salzburger Zeit. Der erste Satz ist bekannt als Titelmelodie aus dem Film Amadeus von Milos Forman. Im Anschluss erklang das Oboenkonzert Nr. 1 d-Moll von Ludwig August Lebrun , einem gefeierten Oboenvirtuosen aus seiner Zeit - er war ein Zeitgenosse Mozarts. Zuletzt kam eines der berhmtesten Orchesterwerke zur Auffhrung: Die 3. Sinfonie (Eroica) in Es-Dur , mit der Beethoven damals mit vielen Konventionen brach und eine ganz neue Musik hervorbrachte. Als Solist fr das Oboenkonzert konnte Hans-Jrg Alber, Mitglied der Stuttgarter Kammersolisten , gewonnen werden.





Die Meinung der Presse (Plochinger Nachrichten Nr.43 vom 24.10.2019):

W.A. Mozart: Sinfonie Nr. 25 g-moll KV 183:

Im Mrz 1773 kehrten Mozart und sein Vater von ihrer dritten Italienreise zurck nach Salzburg. In den folgenden dreizehn Monaten komponierte der 17jhrige unter anderem neun(!) Sinfonien. Anfangs orientierte er sich noch an dem konventionellen Ton der italienischen Ouvertre. Ende 1773 trat jedoch mit der Sinfonie g-moll eine radikale nderung ein. Nun ist das leidenschaftliche, persnliche Erleben die Quelle der Inspiration. Sie ist, wie andere zeitgenssische Sinfonien, ein musikalischer Widerhall auf eine mchtige literarische Jugendbewegung dieser Jahre mit dem bezeichnenden Namen ,,Sturm und Drang". Man verwarf darin die sture Befolgung von Regeln - Entfaltung der Fantasie, Originalitt und reines Gefhl gewannen die Oberhand. Auch Mozarts Sinfonie ist unberhrbar getrieben von persnlicher Leidenschaft. Ohne Umschweife setzt das Werk mit leidenschaftlich drngenden Synkopen ein und erffnet ein musikalisches Drama und in den groen Intervallschritten des zweiten Themas ist derselbe Impuls zu spren. Im sanften Andante ist diese Dominanz auch nicht ganz verschwunden. Und in den beiden letzten Stzen gewinnt das dunkle g-moll wieder die Oberhand. So ist die ,,kleine g-moll-Sinfonie" ein Meilenstein und weist schon auf ihre groe Schwester, die g-moll-Sinfonie Nr. 40 KV 550, hin.

,,S wie Nektar" - das Oboenkonzert Nr. 1 d-moll von Ludwig August Lebrun :

Kaum jemand kennt diesen Komponisten, einen Zeitgenossen Mozarts. Dabei wurde Lebrun zu Lebzeiten in ganz Europa auf Hnden getragen. Als Sohn eines franzsischen Oboisten im Mannheimer Hoforchester wurde er 1752 geboren und trat, 15jhrig, in die Fustapfen seines Vaters. Sein Leben war eine einzige Erfolgsstory. Es gab damals zwar kaum brauchbare Oboenkonzerte, da das Instrument technisch den Anforderungen der Zeit nicht gengte. Als umjubelter Solist reiste er durch ganz Europa. Da lag es nahe, dass er sich seine Solokonzerte, 14 an der Zahl, selbst schrieb und die Entwicklung seines Instruments vorantrieb. Als Spross der ,,Mannheimer Schule" trug er deren Markenzeichen in alle Welt. Sie haben diesen Musikstil berhmt gemacht: hufiger Gebrauch von Crescendos und Diminuendos, Fortepianos, von Akzenten und unerwarteten Einstzen des Orchesters. Daneben finden sich weitere ,,Spezialitten" wie die ,,Mannheimer Rakete" (krftig gebrochener Dreiklang), der ,,Mannheimer Seufzer", die ,,Walze" (mehrfach wiederholtes Motiv, das immer hher und lauter wird). Die Blser bemhten sich auerdem um die ,,berwindung des Streichstockes" (Versuch, lange Phrasen in einem Atem zu spielen). All das kann man bei Lebrun entdecken: feinsinnige Melodien, spektakulre technische Kapriolen, Musik voller Fantasie, Tiefgang und unerwarteter Wendungen, gewrzt mit Humor. Christian Friedrich Schubart brachte 1784 es auf den Punkt: ,,Lebrun ist ein wahrer Knstler auf der Oboe und seine Kompositionen sind besonders feinsinnig und s wie Nektar."

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr.3 Es-Dur opus 55 (,,Eroica") :

Die ,,Eroica" entstand in den Jahren 1802 bis 1803. Sie gilt heute als revolutionr und zugleich als eines der beliebtesten Werke der Musikgeschichte. Sie setzt im Konzert die Reihe der ,,Aufbrche" fort. Sie war das bisher lngste Werk Beethovens, vor allem der erste Satz mit 691 Takten (ca. 15 Minuten Dauer). Bei der Erstauffhrung soll jemand gerufen haben: ,,Ich gb' noch einem Kreuzer, wenn's nur aufhrt!" Beethoven war sich dieser Tatsache bewusst. Er schrieb in die erste Violinstimme die Bemerkung, man solle die Sinfonie eher kurz nach dem Beginn als kurz vor dem Ende eines Konzerts spielen, weil der Zuhrer sonst zu mde sei, um die beabsichtigte Wirkung zu erleben. Das sehen wir heute etwas lockerer... Als ein Anhnger der Ideale der Franzsischen Revolution (,,Freiheit, Gleichheit, Brderlichkeit") sah er in Napoleon einen Verteidiger dieser Werte. Ihm war deshalb das Werk gewidmet. Als er aber erfuhr, dass sich Napoleon zum Kaiser hatte ausrufen lassen, soll er ausgerufen haben: ,,Ist er auch nicht anders als ein gewhnlicher Mensch? Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Fen treten, nur seinem Ehrgeiz frnen, er wird sich nun hher wie alle anderen stellen, ein Tyrann werden!" Aus Wut habe er das Widmungsblatt zerrissen. Nun verteidigte Beethoven die Revolution im Kampf gegen den Diktator. In einer anderen Partitur ist der Name ,,Buonaparte" so heftig ausradiert worden, dass dabei ein Loch im Papier entstand. In der Sinfonie erlebt man Unglaubliches: Schon beim Anfang: ,,Da hast du dich kaum hingesetzt und freust dich auf himmlische Musik, schon hmmert dich Beethoven so was von in den Boden, um dich gleich danach mit dem schnsten Thema der Musikliteratur wieder aufzurichten." So liest man es im flotten Konzertfhrer von Konrad Beikircher. Wenig spter folgt die nchste Ungeheuerlichkeit: 45 Schlge im gesamten Orchester, das die Muskeln spielen lsst; die Musiker knnen sich kaum auf den Sthlen halten. Zutiefst menschlicher Trauer begegnet man im zweiten Satz, in dem die Kontrabsse eine besondere Rolle spielen. Dagegen fliet alles im Scherzo: alles geht ineinander ber, alles steht unter Spannung. Nur im berhmten Jagdhornsolo des Trios findet man etwas Entspannung. Ein Fllhorn von Ideen erwartet die Zuhrer im Finale, einem Variationensatz, der in eine prachtvolle Coda mndet. Beethoven hat seinem Verleger Simrock die Sinfonie vorab auf dem Klavier vorgespielt. Dessen Eindruck: ,,Himmel und Erde zittern vor ihrer Auffhrung!"

Ulrich Kernen

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Wichtiger Hinweis: Wegen des Corona-Virus gilt folgender geänderter Probenplan:
Nach den Sommerferien (ab 15.9.) proben wir immer dienstags 19:30-22:00 im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses in der Hermannstraße, Plochingen. Der Probentag ist für den 26.9. 10:00-17:00 geplant, Hauptprobe am 6.10. 19:00-22:00 und die Generalprobe am 10.10. 10:00-14:00 Uhr.





 
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