Kammerorchester Plochigen
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Nächste Veranstaltung
Unser nächstes geplantes Konzert Sonntag , 11.10.2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Plochingen geplant. Laut derzeitiger Corona-Ordnung kann es auch (mit beschränkter Zuschauerzahl) stattfinden. Änderungen werden rechtzeitig auf dieser Web-Seite bekannt gegeben.


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Das letzte Konzert des Plochinger Kammerorchesters fand am Sonntag, 15.10.2017 um 18 Uhr statt :




Eine ausfhrliche Kritik zu dem Konzert schrieb das Plochinger Amtsblatt in seiner Ausgabe Nr.43 vom 26.10.2017 .

Am Sonntag, 15. Oktober, fand in der Stadthalle Plochingen um 18 Uhr das diesjhrige Herbstkonzert des Plochinger Kammerorchesters (Ltg. Bertram Schade) statt. Auf dem Programm standen fnf Werke: In der Sinfonie D-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach, einem der kreativsten Kpfe seiner Zeit, erlebten die Zuhrer einen musikalischen Befreiungsschlag, der den Weg zur Klassik freimachte. Der Gitarrist Ivan Petricevic konnte fr zwei Werke gewonnen werden: zum einen fr das Konzert D-Dur von Antonio Vivaldi; zum andern fr eines der populrsten Stcke von Luigi Boccherini: den Fandango aus seiner Zeit in Madrid. In seiner Suite Nr. 1 ,,Antiche danze ed arie" hat Ottorino Respighi alte Tnze aufgegriffen und fr modernes Instrumentarium bearbeitet. Herausgekommen sind eingngige und klanglich aparte Preziosen. Der Abschluss machte die Sinfonie Nr. 1 D-Dur von Franz Schubert, in der berall der grandiose Schwung des erst sechzehnjhrigen Genies zu bewundern ist.

Zu den einzelnen Werken:
Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonie in D-Dur Wq 183/1. Wie ein Stromschlag muss die 1. Sinfonie D-Dur auf die Zuhrer gewirkt haben. Friedrich Nikolai reagierte in seiner Rezension aber geradezu hymnisch: ,,Wer Sinn dafr hat, einen so wahrhaftig groen Originalkomponisten wie unseren Bach seinen ganz eigenen, freyen, durch keine Kostme, keine Mode gefesselten Gang gehen zu sehen, der findet volle Seelenweide an diesen herrlichen, in ihrer Art ganz einzigartigen Sinfonien." Was war der Auslser fr diese musikalische Revolution? Nach 30 Jahren Dienst und Anpassung am Hof Friedrichs des Groen hatte sich Bach von ,,allem Tndeln auf dem Chlavichorde, allem slichen, geistnervenden Wesen, allem Barockgeklingel" gelst und war Stdtischer Musikdirektor in der freien Hansestadt Hamburg geworden. Sein Mzen Baron van Swieten hatte ihm empfohlen, seiner persnlichen Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen ohne jede Rcksicht auf Konventionen, Musikgeschmack und technische Schwierigkeiten: Schreiben Sie so! Und Bach wagte es, seine eigenen Gefhle so darzustellen, wie sie wirklich waren. Nicht Wohlklang war das Ziel, sondern Expressivitt, denn Musik sollte nicht gefallen, sondern betroffen machen und das Herz anrhren. Daraus entstand eine ganz neue Tonsprache, die alles Angelernte hinter sich lie. Neues und Unerwartetes macht diese Musik auch heute noch spannend: Zahlreiche ,,sprechende" Pausen setzten dramatische Akzente; die Melodie lste das kunstvoll polyphone Geflecht ab; ungewhnliche Sprnge und Tonartenwechsel zwangen die Zuhrer, uerst aufmerksam zu sein. Auch in seiner Sinfonie zeigte sich Bach als ,,Originalgenie", das in der Nhe des ,,Sturm und Drang" gesehen werden kann. Die Blser und die tiefen Streicher wurden aus ihrer seither dienenden Funktion befreit. Der Kopfsatz hat eigentlich gar kein richtiges Thema, sondern ist nur eine Wiederholung eines einzigen Tons. Der zweite Satz lsst durch eine bisher nicht dagewesene Instrumentation aufhorchen: Die tiefen Streicher und die Flten bestimmen das musikalische Geschehen; der Basso continuo entfllt. Und wer im dritten Satz genau hinhrt, wird sogar einen versteckten Jodler entdecken... Bachs Nachfolger bewunderten ihn als genialen Neuerer; Mozart brachte es auf den Punkt: ,,Er ist der Vater, wir sind die Bub'n."

Antonio Vivaldi: Konzert fr Gitarre und Orchester D-Dur, RV 93. Vivaldi komponierte fast 500 Solokonzerte. Damit etablierte er die dreistzige Konzertform ,,schnell - langsam - schnell". Das Konzert D-Dur RV 93. ist einem Prager Grafen, einem passionierten Lautenspieler, gewidmet, bei dem Vivaldi auf einer Reise eine Zeitlang wohnte. Da die Barocklaute aus dem Konzertbetrieb verschwunden ist, greifen heute die Knstler zur Mandoline oder Gitarre. Im ersten Satz wechselt ein rascher Refrain mit lyrischen Zwischenspielen des Soloinstruments ab. Der langsame Satz ist eine Meditation, die im letzten von einer mitreienden Tarantella abgelst wird: ein kleines Meisterwerk!

Luigi Boccherini: Grave und Fandango fr Gitarre und Orchester. Boccherini lernte in Madrid einen Landsmann kennen, den er als Lautenspieler schtzte. Sie freundeten sich an, und da lag es nahe, dass er in eines seiner Streichquintette die Laute mit einem typisch spanischen Tanz, einem Fandango, einbaute. Ein Fandango ist ein leicht skandalser Werbetanz der jungen Mnner, traditionell in Moll gehalten und von Castagnetten begleitet. Boccherini hat dafr eine andalusische Melodie ausgewhlt, die auch bei Gluck, Mozart und Beethoven wieder auftauchte.

Ottorino Respighi: Antiche danze ed arie per liuto Suite Nr.1. Ein Genie hrt Alte Musik! Um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert versuchte sich Respighi von der dominierenden romantischen Opernmusik abzusetzen. Er hrte sich in Tnze fr Laute aus dem 16. Jahrhundert ein. Das tat er auch aus historisch-wissenschaftlichem Interesse, glaubte aber nicht, dass man in der Moderne Alte Musik in ihrer Originalgestalt prsentieren knne. Er erfasste den Geist der kleinen Werke und kleidete sie in das Klanggewand eines modernen Orchesters: Streicherapparat, Holz- und Blechblser, Harfe und modernes Cembalo. Hier boten sich vielfltige Gestaltungsmglichkeiten: durch weiteren Tonumfang, grere dynamische Bandbreite, vielfltigere Klangfarben und virtuose Spieltechnik. Daraus zauberte er in seiner Suite berraschende, aparte Wechsel. Heraus kam dann populre Musik, bei der es unwichtig ist, wieviel Respighi und wieviel Alte Musik drin ist: Diese Untersuchung berlassen wir den Musikwissenschaftlern und genieen die Suite einfach!

Franz Schubert: Sinfonie Nr. 1 D-Dur, D82. ,,Ganz ruhig und wenig beirrt durch das in der Schule unvermeidliche Geplauder und Gepolter seiner Kameraden um ihn her sa er am Schreibtischchen [...] und schrieb leicht und flssig ohne viele Korrekturen fort, als ob es gerade so und nicht anders sein mte." Mit unbegreiflicher Sicherheit hat der Sechzehnjhrige 1813 ein Werk geschaffen, in dem natrlich noch seine Vorbilder Haydn, Mozart und Beethoven gren lassen, das aber auch ganz persnliche Zge aufweist. Die Herausgeber des Manuskripts litten zwar unter der ,,gewissen Sorglosigkeit" des Komponisten, die wohl der Eile und dem kreativen Schwung geschuldet ist. Positiv gesprochen: Die Sinfonie atmet Unbefangenheit und Frische! Das Andante lsst jedoch aufhorchen: Hier blht schon eine klare, idyllische Melodik auf, in der wie beim spteren Schubert auch schon Dunkles durchklingt. Schuberts ,,Erste" wurde erst 1881 ffentlich aufgefhrt und seither steht fest: eine Entdeckung!

Ulrich Kernen

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Wichtiger Hinweis: Wegen des Corona-Virus gilt folgender geänderter Probenplan:
Nach den Sommerferien (ab 15.9.) proben wir immer dienstags 19:30-22:00 im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses in der Hermannstraße, Plochingen. Der Probentag ist für den 26.9. 10:00-17:00 geplant, Hauptprobe am 6.10. 19:00-22:00 und die Generalprobe am 10.10. 10:00-14:00 Uhr.





 
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