Kammerorchester Plochigen
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n�chste Veranstaltung
Zum n�chsten Konzert am Sonntag, 31.03.2019 um 18 Uhr m�chten wir herzlich einladen! Zur Auff�hrung kommen diesmal unter anderem das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms.


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Zum Konzert des Plochinger Kammerorchesters vom Sonntag, 23.10.2016 um 18 Uhr:

Diesmal ging es im Programm wieder etwas weiter zurück, zur Wiener Klassik und ins italienische Barock, mit einer der berühmtesten Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-Moll , mit dem Concerto XI d-Moll (Concerto grosso op. 3 Nr. 11) von Antonio Vivaldi aus dem Zyklus L'Estro Armonico (=die harmonische Eingebung) und schließlich der Sinfonie Nr. 2 D-Dur von Ludwig van Beethoven (Links verweisen auf entsprechende Wikipedia-Artikel).









Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550
,,Über kaum ein anderes Werk gibt es so viele divergierende Urteile wie über diese Sinfonie." So resümiert Volker Scherliess 2005 im Mozart-Handbuch des Bärenreiterverlages. Darüber hinaus sind zahlreiche Detailfragen bis heute unbeantwortet, z.B.: Warum hat Mozart im Jahr 1788 in einem unvorstellbar kurzen Zeitraum von sechs Wochen seine drei letzten Sinfonien geschrieben - war es etwa aus seiner chronischen Geldnot heraus, der er mit erfolgreichen Aufführungen abhelfen wollte? Oder greift diese biografische Erklärung zu kurz? Oder: Was hat es mit der eigenartigen Instrumentierung auf sich? Es fehlen Pauken und Trompeten; warum dünnte er überdies in einer zweiten Fassung den Oboenpart aus, um dafür zwei Klarinetten hereinzunehmen? Sicher ist, die Tonart g-moll und die spezielle Besetzung verleihen dem Werk ein ganz eigenes Kolorit, voller Bangigkeit und Beklommenheit. Jede Generation nach Mozart hörte diese Sinfonie mit eigenen Ohren. So war sie für Robert Schumann ein Zeugnis ,,griechisch heiterer Grazie". Im Gegensatz dazu hört Bernhard Paumgärtner in einer Besprechung 1957: ,,Tragischer Pessimismus verströmt in allen Sätzen dieser Sinfonie [...] , vollends bis zum letzten Atemzuge im lodernden Brande des Finales." Grundsätzlich gilt für die g-moll - Sinfonie, dass sie nie komödiantisch oder gar ,,gemütlich" musiziert werden darf, aber auch nicht in aufgeblasener, wuchtiger Dramatik. Da hängt folglich viel von der Wahl des richtigen Tempos ab und einer unablässig beweglichen Dynamik. Vielmehr durchzieht die Sinfonie ein gewisses atemloses Vorwärtsdrängen, hinter dem Unruhe und Verzweiflung lauern. Das gilt auch für die Mittelsätze: Im zweiten Satz hört man das ebenso, nur zu dunklerem Zwielicht gedämpft. Das Menuetto (Allegretto) ist kein kantiges, aufbrausendes Scherzo nach der Art Beethovens, sondern ein trotziger Tanz, der rhythmisch dem bairischen ,,Zwiefachen" folgt. So erweist sich die Sinfonie stets aufs Neue als vielgestaltig und schwer fassbar, und dadurch überaus spannend. Da hilft im Konzert nur eines: Gespannt hinhören und mitfühlen...


Antonio Vivaldi: Concerto XI d-moll opus 3 Nr.11 RV 565
Die Wiederentdeckung des Werks im 19. Jahrhundert gleicht einer kleinen Kriminalgeschichte. Vivaldis Musik, einst in ganz Europa gefeiert, war vergessen. Ein August Stradel veröffentlichte im Verlag Breitkopf seine später beliebte Klavierfassung eines Orgelkonzertes von Wilhelm Friedemann Bach, dem ältesten Sohn Johann Sebastian Bachs. Dieser hatte das Stück aber gar nicht komponiert, sondern aus Geldmangel bei seinem Vater gestohlen und unter seinem Namen veröffentlicht. Bei Johann Sebastian Bach nimmt es im Werkverzeichnis die Nummer BWV 596 ein. Der alte Bach hatte aus Verehrung und zum Studium des venezianischen Meisters Vivaldi eine Orgelbearbeitung geschaffen, eine damals gängige Praxis. Urheberrecht und Tantiemen waren zu dieser Zeit noch Fremdwörter... Das Original, das d-moll Konzert, gehört zu den herausragenden Werken unter Vivaldis beinahe 500 (!) Solokonzerten, die von seiner Experimentierfreude und Spontanëität zeugen. Es ist das elfte im Konzertzyklus ,,L'Estro Armonico", in dem Dur- und Moll - Tonarten abwechseln. Das Werk beginnt mit den beiden Soloviolinen, die einander auf der leeren d-Saite begleiten. Es folgt ein virtuoses Cellosolo, dem sich eine vierstimmige Fuge anschließt. Der zweite Satz, ein zart wiegendes ,,Siciliano" der Solovioline, ist auch als Einzelwerk berühmt geworden. Im Schlusssatz setzt dann das Solotrio wieder ein, im Wechsel mit dem Orchester.


Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 2 D-Dur opus 36
Zu neuen Ufern!
Beethovens zweite Sinfonie entsprang einer der trostlosesten Phasen in seinem Leben. 1802 hatte er das so genannte ,,Heiligenstätter Testament" verfasst, einen Abschiedsbrief an Familie und Freunde, voller Selbstzweifel und panischer Hilflosigkeit angesichts der Erkenntnis, dass er sein Gehör verlieren werde. Umso erstaunlicher ist dagegen die danach entstandene Sinfonie: ein Werk voller Energie, Optimismus und unbeschwerter Vitalität. Sein Humor ist darin immer wieder rücksichtslos ins Groteske gesteigert. Den an Haydn und Mozart gewöhnten Zuhörern wurde einiges zugemutet und die Reaktionen blieben auch nicht aus: ,,Ultrakünstlich; zu bizarr, wild, schreiend" fand ein Rezensent und riet dazu, das Werk deshalb zu kürzen. Gnade fand höchstens das beliebe Larghetto, ein entspanntes Intermezzo, das an die zeitgleich entstandenen Violinromanzen anknüpft. Der schärfste Stein des Anstoßes war das Scherzo, in dem Beethoven zum ersten Mal das meist gemächlich tänzelnde Menuett seiner Vorgänger zu einem ganztaktigen Sturmlauf steigerte und durch unvermittelte Akzente und Kontraste zu einem wild dreinfahrenden Stück machte. In manchen Konzerten wurden, um das Stück erträglich zu machen, einzelne Sätze herausgenommen oder durch andere ersetzt. Auch das nachfolgende Finale schockierte die Zeitgenossen von der ersten Sekunde an mit seinem winzigen koboldhaften Hauptthema, das ein Wiener Kritiker geringschätzig als ,,Schnipser" abqualifizierte. Wir hören das heute anders: Es greift das Feuer und den geistreichen Humor des Kopfsatzes auf und steigert ihn in rasantem Tempo bis zu den fünf lapidaren Schlussakkorden. Im Lauf der Zeit wurde klar: Mit solcher Musik hat Ludwig van Beethoven die Tür zu neuen musikalischen Möglichkeiten aufgestoßen.

Ulrich Kernen

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