Kammerorchester Plochigen
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Nächste Veranstaltung
Unser nächstes geplantes Konzert Sonntag , 11.10.2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Plochingen geplant. Laut derzeitiger Corona-Ordnung kann es auch (mit beschränkter Zuschauerzahl) stattfinden. Änderungen werden rechtzeitig auf dieser Web-Seite bekannt gegeben.


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Zum Konzert des Plochinger Kammerorchesters vom Sonntag, 23.10.2016 um 18 Uhr:

Diesmal ging es im Programm wieder etwas weiter zurck, zur Wiener Klassik und ins italienische Barock, mit einer der berhmtesten Sinfonien von Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-Moll , mit dem Concerto XI d-Moll (Concerto grosso op. 3 Nr. 11) von Antonio Vivaldi aus dem Zyklus L'Estro Armonico (=die harmonische Eingebung) und schlielich der Sinfonie Nr. 2 D-Dur von Ludwig van Beethoven (Links verweisen auf entsprechende Wikipedia-Artikel).









Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 40 g-moll KV 550
,,ber kaum ein anderes Werk gibt es so viele divergierende Urteile wie ber diese Sinfonie." So resmiert Volker Scherliess 2005 im Mozart-Handbuch des Brenreiterverlages. Darber hinaus sind zahlreiche Detailfragen bis heute unbeantwortet, z.B.: Warum hat Mozart im Jahr 1788 in einem unvorstellbar kurzen Zeitraum von sechs Wochen seine drei letzten Sinfonien geschrieben - war es etwa aus seiner chronischen Geldnot heraus, der er mit erfolgreichen Auffhrungen abhelfen wollte? Oder greift diese biografische Erklrung zu kurz? Oder: Was hat es mit der eigenartigen Instrumentierung auf sich? Es fehlen Pauken und Trompeten; warum dnnte er berdies in einer zweiten Fassung den Oboenpart aus, um dafr zwei Klarinetten hereinzunehmen? Sicher ist, die Tonart g-moll und die spezielle Besetzung verleihen dem Werk ein ganz eigenes Kolorit, voller Bangigkeit und Beklommenheit. Jede Generation nach Mozart hrte diese Sinfonie mit eigenen Ohren. So war sie fr Robert Schumann ein Zeugnis ,,griechisch heiterer Grazie". Im Gegensatz dazu hrt Bernhard Paumgrtner in einer Besprechung 1957: ,,Tragischer Pessimismus verstrmt in allen Stzen dieser Sinfonie [...] , vollends bis zum letzten Atemzuge im lodernden Brande des Finales." Grundstzlich gilt fr die g-moll - Sinfonie, dass sie nie komdiantisch oder gar ,,gemtlich" musiziert werden darf, aber auch nicht in aufgeblasener, wuchtiger Dramatik. Da hngt folglich viel von der Wahl des richtigen Tempos ab und einer unablssig beweglichen Dynamik. Vielmehr durchzieht die Sinfonie ein gewisses atemloses Vorwrtsdrngen, hinter dem Unruhe und Verzweiflung lauern. Das gilt auch fr die Mittelstze: Im zweiten Satz hrt man das ebenso, nur zu dunklerem Zwielicht gedmpft. Das Menuetto (Allegretto) ist kein kantiges, aufbrausendes Scherzo nach der Art Beethovens, sondern ein trotziger Tanz, der rhythmisch dem bairischen ,,Zwiefachen" folgt. So erweist sich die Sinfonie stets aufs Neue als vielgestaltig und schwer fassbar, und dadurch beraus spannend. Da hilft im Konzert nur eines: Gespannt hinhren und mitfhlen...


Antonio Vivaldi: Concerto XI d-moll opus 3 Nr.11 RV 565
Die Wiederentdeckung des Werks im 19. Jahrhundert gleicht einer kleinen Kriminalgeschichte. Vivaldis Musik, einst in ganz Europa gefeiert, war vergessen. Ein August Stradel verffentlichte im Verlag Breitkopf seine spter beliebte Klavierfassung eines Orgelkonzertes von Wilhelm Friedemann Bach, dem ltesten Sohn Johann Sebastian Bachs. Dieser hatte das Stck aber gar nicht komponiert, sondern aus Geldmangel bei seinem Vater gestohlen und unter seinem Namen verffentlicht. Bei Johann Sebastian Bach nimmt es im Werkverzeichnis die Nummer BWV 596 ein. Der alte Bach hatte aus Verehrung und zum Studium des venezianischen Meisters Vivaldi eine Orgelbearbeitung geschaffen, eine damals gngige Praxis. Urheberrecht und Tantiemen waren zu dieser Zeit noch Fremdwrter... Das Original, das d-moll Konzert, gehrt zu den herausragenden Werken unter Vivaldis beinahe 500 (!) Solokonzerten, die von seiner Experimentierfreude und Spontanitt zeugen. Es ist das elfte im Konzertzyklus ,,L'Estro Armonico", in dem Dur- und Moll - Tonarten abwechseln. Das Werk beginnt mit den beiden Soloviolinen, die einander auf der leeren d-Saite begleiten. Es folgt ein virtuoses Cellosolo, dem sich eine vierstimmige Fuge anschliet. Der zweite Satz, ein zart wiegendes ,,Siciliano" der Solovioline, ist auch als Einzelwerk berhmt geworden. Im Schlusssatz setzt dann das Solotrio wieder ein, im Wechsel mit dem Orchester.


Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 2 D-Dur opus 36
Zu neuen Ufern!
Beethovens zweite Sinfonie entsprang einer der trostlosesten Phasen in seinem Leben. 1802 hatte er das so genannte ,,Heiligensttter Testament" verfasst, einen Abschiedsbrief an Familie und Freunde, voller Selbstzweifel und panischer Hilflosigkeit angesichts der Erkenntnis, dass er sein Gehr verlieren werde. Umso erstaunlicher ist dagegen die danach entstandene Sinfonie: ein Werk voller Energie, Optimismus und unbeschwerter Vitalitt. Sein Humor ist darin immer wieder rcksichtslos ins Groteske gesteigert. Den an Haydn und Mozart gewhnten Zuhrern wurde einiges zugemutet und die Reaktionen blieben auch nicht aus: ,,Ultraknstlich; zu bizarr, wild, schreiend" fand ein Rezensent und riet dazu, das Werk deshalb zu krzen. Gnade fand hchstens das beliebe Larghetto, ein entspanntes Intermezzo, das an die zeitgleich entstandenen Violinromanzen anknpft. Der schrfste Stein des Anstoes war das Scherzo, in dem Beethoven zum ersten Mal das meist gemchlich tnzelnde Menuett seiner Vorgnger zu einem ganztaktigen Sturmlauf steigerte und durch unvermittelte Akzente und Kontraste zu einem wild dreinfahrenden Stck machte. In manchen Konzerten wurden, um das Stck ertrglich zu machen, einzelne Stze herausgenommen oder durch andere ersetzt. Auch das nachfolgende Finale schockierte die Zeitgenossen von der ersten Sekunde an mit seinem winzigen koboldhaften Hauptthema, das ein Wiener Kritiker geringschtzig als ,,Schnipser" abqualifizierte. Wir hren das heute anders: Es greift das Feuer und den geistreichen Humor des Kopfsatzes auf und steigert ihn in rasantem Tempo bis zu den fnf lapidaren Schlussakkorden. Im Lauf der Zeit wurde klar: Mit solcher Musik hat Ludwig van Beethoven die Tr zu neuen musikalischen Mglichkeiten aufgestoen.

Ulrich Kernen

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Wichtiger Hinweis: Wegen des Corona-Virus gilt folgender geänderter Probenplan:
Nach den Sommerferien (ab 15.9.) proben wir immer dienstags 19:30-22:00 im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses in der Hermannstraße, Plochingen. Der Probentag ist für den 26.9. 10:00-17:00 geplant, Hauptprobe am 6.10. 19:00-22:00 und die Generalprobe am 10.10. 10:00-14:00 Uhr.





 
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