Kammerorchester Plochigen
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Nächste Veranstaltung
Unser nächstes geplantes Konzert Sonntag , 11.10.2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Plochingen geplant. Laut derzeitiger Corona-Ordnung kann es auch (mit beschränkter Zuschauerzahl) stattfinden. Änderungen werden rechtzeitig auf dieser Web-Seite bekannt gegeben.


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Das Konzert des Plochinger Kammerorchesters am 24.10.2015 wurde gemeinsam mit dem Oratorienverein Plochingen gestaltet. Das Konzert war Charles Hubert Hastings Parry (1848 - 1918) gewidmet. Zur Auffhrung kamen:

- 5. Sinfonie (Sinfonia Phantasia 1912) fr groes Orchester, Leitung: Bertram Schade

- Sinfonia Sacra (The Soul's Ransom) (dt. "Die Erlsung der Seele") mit dem Untertitel: "Ein Psalm fr die Armen" fr Solosopran und -bass, Chor und Orchester, Leitung: Heidrun Speck.

Das Konzert fand am Samstag, 24.10.2015 um 19:30 Uhr in der Stadthalle Plochingen statt.





Dazu schrieb die Esslinger Zeitung am 27.10.2015:


Charles Hubert Hastings Parry - ,,ein liberal gesinnter Konservativer oder ein Liberaler mit starken konservativen Neigungen" Hubert Parry, Spross einer vermgenden Familie der englischen Oberschicht, lebte in der Umbruchszeit des spten 19. Jahrhunderts. Sein Denken und Wirken spiegelt das Ringen um Ausgleich und Neuorientierung wider. Er wurde darin zu einer moralisch integren Leitfigur im englischen Musikleben.

Die Beschftigung mit Kunst war fr Parry nie eine Arbeit zum Broterwerb. Er war auch nie ausschlielich Komponist, sondern ebenso Dichter, Lehrer, Organisator, Historiker, idealistischer Philosoph. Er fuhr - damals revolutionr - begeistert Auto, besa ein eigenes Schiff und war der beste Pilzkenner unter den Komponisten. Gebildet an den Universitten in Eton und Oxford, erlangte er akademische Abschlsse. Anerkennung als Musiker bekam er zunchst nicht als Komponist, sondern als Musikwissenschaftler und Lehrer am Royal College of Music, dessen Rektor er ab 1895 war. Oxford honorierte seine akademische Arbeit mit der Ehrendoktorwrde; daneben bernahm er den akademischen Chor und hielt als Dozent Vorlesungen.

Parrys Familie war von seinen musikalischen Neigungen unangenehm berhrt. Der Sohn eines Gentleman stand als Berufsmusiker im Ansehen auf derselben niedrigen Stufe wie Schauspieler und fahrendes Volk. Musiker betrachtete man in den Kreisen seiner Familie als sonderbare, komische Figuren, die man zum Essen in die Kche schickte und die man bei Gesellschaft bis zu ihrem Auftritt drauen warten lie: Sie waren nicht ,,salonfhig". Parrys aus gutbrgerlichen Kreisen stammende Frau hat sich nie um seine Musik gekmmert, nie an seinem Leben teilgehabt; vielmehr schrnkte sie ihn ein, irritierte ihn, schikanierte ihn und schottete ihn von anderen Leuten ab. Er war trotz seiner ueren Lebenskraft und scheinbaren Heiterkeit immer allein gewesen. Aber: Parry, der,,Ausreier", gab der Musik als Beruf ihre Wrde zurck. Seine Studenten berzeugte er davon, dass es gut fr sie sei, sich neben ihren musikalischen Fertigkeiten auch Allgemeinbildung anzueignen. Als Knstler hatte er immer den Stallgeruch des akademischen Gentleman an sich und folglich wurde er von der Musik-Bohme zu Anfang des 20. Jahrhunderts abgelehnt. Als Ausgleich zu seinen vielen beruflichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen war Parry die Gesellschaft seiner Schiffsbesatzung angenehmer als die Hochnsigkeit der ,,upper class". Unter diesem Hin und Her litt er sein Leben lang; auf der anderen Seite gewann er durch die Distanzierungen groen Durchblick, und der dauernd durchlittene Zwiespalt lie ihn kreativ werden.

Parry hat sich sein Leben lang darum bemht, seine humanistischen Ideale in seiner Musik umzusetzen: Die gegenseitige Abhngigkeit voneinander msse zu gegenseitiger Liebe und zu wechselseitiger Verantwortung fhren. Das daraus abgeleitete moraldurchtrnkte Schnheitsideal fand in Parry ein berzeugenden Vertreter. Er verachtete oberflchliche orchestrale Effekte, jeden ,,ppigen" Klang verabscheute er. Die Form einer Komposition war ihm wichtiger als ausgefeilte Orchestrierung. Diese rigorose Position stie bei seinen Kollegen auf Kritik. Edward Elgar klagte: "Ich kann Parrys Orchester nicht ertragen. Es ist leblos und nie mehr als ein arrangiertes Orgelstck." Dieser Vorwurf der klanglichen ,,Blutleere" trifft zumindest auf sein Sptwerk nicht zu.

,,The Soul's Ransom" (1906) berzeugt durch geschickte Verwendung harmonischer und melodischer Ausdrucksmittel und sensible chorale Farbgebung bei der Textgestaltung. In dieser Kantate ber die Erlsung der Seelen kombiniert Parry Klang- und Formelemente vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert zu einer sinfonischen Dichtung in vier Teilen. Das Orchester bernimmt, insbesondere in den Zwischen- und Nachspielen, eine Art Ritornell-Funktion, whrend die zumeist vierstimmigen Chre die ppigen sptromantischen Harmonien mit neo-barocken Elementen anreichern. Die dramatischen Kernszenen sind die ausgedehnten Rezitativ-Ariosi ,,Hear ye this" und ,,The hand of the Lord was upon me" fr den Bassisten, zu denen zwei Sopranarien ein Gegengewicht bilden. Die zweite, ,,The people that walked in darkness", greift dabei den Text der Bass-Arie aus dem ersten Teil von Hndels Messias auf.

Die fnfte Sinfonie in h-moll enthlt ebenfalls einen moralischen Anspruch: Die vier pausenlos ineinander bergehenden Stze schildern das Aufbegehren gegen die Tragdie des Lebens (berschrieben: ,,Stress"), die Liebe als Hoffnungstrger und Befreier (,,Liebe"), das menschliche Bedrfnis nach Spa und Vergngen (,,Spiel") sowie das Vertrauen auf Erlsung durch die Liebe (,,Jetzt"). Parrys moralisches Credo gipfelte in der 1917 formulierten, auch heute noch aktuellen Maxime:

Musik ist einer der wirksamsten Funktionstrger der Zivilisation. [...] Und wenn die Zivilisation bedroht ist, wie zur Zeit durch einen schrecklichen Rckfall zu Methoden von Gewalt und Zerstrung, ist es die Pflicht derjenigen, die sich mit den geistigen Werten unserer Zivilisation befassen, ihre Bemhungen bis zum uersten fortzusetzen."

(unter Verwendung von: Meinhard Saremba: Elgar, Britten und Co. Eine Geschichte der britischen Musik in zwlf Portraits. Zrich 1994)

Ich danke Kurt Schnitzler fr die berlassung des Werks.

Ulrich Kernen



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Wichtiger Hinweis: Wegen des Corona-Virus gilt folgender geänderter Probenplan:
Nach den Sommerferien (ab 15.9.) proben wir immer dienstags 19:30-22:00 im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses in der Hermannstraße, Plochingen. Der Probentag ist für den 26.9. 10:00-17:00 geplant, Hauptprobe am 6.10. 19:00-22:00 und die Generalprobe am 10.10. 10:00-14:00 Uhr.





 
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