Kammerorchester Plochigen
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n�chste Veranstaltung
Zum n�chsten Konzert am Sonntag, 31.03.2019 um 18 Uhr m�chten wir herzlich einladen! Zur Auff�hrung kommen diesmal unter anderem das Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms.


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Das Konzert des Plochinger Kammerorchesters am 24.10.2015 wurde gemeinsam mit dem Oratorienverein Plochingen gestaltet. Das Konzert war Charles Hubert Hastings Parry (1848 - 1918) gewidmet. Zur Aufführung kamen:

- 5. Sinfonie (Sinfonia Phantasia 1912) für großes Orchester, Leitung: Bertram Schade

- Sinfonia Sacra (The Soul's Ransom) (dt. "Die Erlösung der Seele") mit dem Untertitel: "Ein Psalm für die Armen" für Solosopran und -bass, Chor und Orchester, Leitung: Heidrun Speck.

Das Konzert fand am Samstag, 24.10.2015 um 19:30 Uhr in der Stadthalle Plochingen statt.





Dazu schrieb die Esslinger Zeitung am 27.10.2015:


Charles Hubert Hastings Parry - ,,ein liberal gesinnter Konservativer oder ein Liberaler mit starken konservativen Neigungen" Hubert Parry, Spross einer vermögenden Familie der englischen Oberschicht, lebte in der Umbruchszeit des späten 19. Jahrhunderts. Sein Denken und Wirken spiegelt das Ringen um Ausgleich und Neuorientierung wider. Er wurde darin zu einer moralisch integren Leitfigur im englischen Musikleben.

Die Beschäftigung mit Kunst war für Parry nie eine Arbeit zum Broterwerb. Er war auch nie ausschließlich Komponist, sondern ebenso Dichter, Lehrer, Organisator, Historiker, idealistischer Philosoph. Er fuhr - damals revolutionär - begeistert Auto, besaß ein eigenes Schiff und war der beste Pilzkenner unter den Komponisten. Gebildet an den Universitäten in Eton und Oxford, erlangte er akademische Abschlüsse. Anerkennung als Musiker bekam er zunächst nicht als Komponist, sondern als Musikwissenschaftler und Lehrer am Royal College of Music, dessen Rektor er ab 1895 war. Oxford honorierte seine akademische Arbeit mit der Ehrendoktorwürde; daneben übernahm er den akademischen Chor und hielt als Dozent Vorlesungen.

Parrys Familie war von seinen musikalischen Neigungen unangenehm berührt. Der Sohn eines Gentleman stand als Berufsmusiker im Ansehen auf derselben niedrigen Stufe wie Schauspieler und fahrendes Volk. Musiker betrachtete man in den Kreisen seiner Familie als sonderbare, komische Figuren, die man zum Essen in die Küche schickte und die man bei Gesellschaft bis zu ihrem Auftritt draußen warten ließ: Sie waren nicht ,,salonfähig". Parrys aus gutbürgerlichen Kreisen stammende Frau hat sich nie um seine Musik gekümmert, nie an seinem Leben teilgehabt; vielmehr schränkte sie ihn ein, irritierte ihn, schikanierte ihn und schottete ihn von anderen Leuten ab. Er war trotz seiner äußeren Lebenskraft und scheinbaren Heiterkeit immer allein gewesen. Aber: Parry, der,,Ausreißer", gab der Musik als Beruf ihre Würde zurück. Seine Studenten überzeugte er davon, dass es gut für sie sei, sich neben ihren musikalischen Fertigkeiten auch Allgemeinbildung anzueignen. Als Künstler hatte er immer den Stallgeruch des akademischen Gentleman an sich und folglich wurde er von der Musik-Bohème zu Anfang des 20. Jahrhunderts abgelehnt. Als Ausgleich zu seinen vielen beruflichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen war Parry die Gesellschaft seiner Schiffsbesatzung angenehmer als die Hochnäsigkeit der ,,upper class". Unter diesem Hin und Her litt er sein Leben lang; auf der anderen Seite gewann er durch die Distanzierungen großen Durchblick, und der dauernd durchlittene Zwiespalt ließ ihn kreativ werden.

Parry hat sich sein Leben lang darum bemüht, seine humanistischen Ideale in seiner Musik umzusetzen: Die gegenseitige Abhängigkeit voneinander müsse zu gegenseitiger Liebe und zu wechselseitiger Verantwortung führen. Das daraus abgeleitete moraldurchtränkte Schönheitsideal fand in Parry ein überzeugenden Vertreter. Er verachtete oberflächliche orchestrale Effekte, jeden ,,üppigen" Klang verabscheute er. Die Form einer Komposition war ihm wichtiger als ausgefeilte Orchestrierung. Diese rigorose Position stieß bei seinen Kollegen auf Kritik. Edward Elgar klagte: "Ich kann Parrys Orchester nicht ertragen. Es ist leblos und nie mehr als ein arrangiertes Orgelstück." Dieser Vorwurf der klanglichen ,,Blutleere" trifft zumindest auf sein Spätwerk nicht zu.

,,The Soul's Ransom" (1906) überzeugt durch geschickte Verwendung harmonischer und melodischer Ausdrucksmittel und sensible chorale Farbgebung bei der Textgestaltung. In dieser Kantate über die Erlösung der Seelen kombiniert Parry Klang- und Formelemente vom 17. Bis zum 19. Jahrhundert zu einer sinfonischen Dichtung in vier Teilen. Das Orchester übernimmt, insbesondere in den Zwischen- und Nachspielen, eine Art Ritornell-Funktion, während die zumeist vierstimmigen Chöre die üppigen spätromantischen Harmonien mit neo-barocken Elementen anreichern. Die dramatischen Kernszenen sind die ausgedehnten Rezitativ-Ariosi ,,Hear ye this" und ,,The hand of the Lord was upon me" für den Bassisten, zu denen zwei Sopranarien ein Gegengewicht bilden. Die zweite, ,,The people that walked in darkness", greift dabei den Text der Bass-Arie aus dem ersten Teil von Händels Messias auf.

Die fünfte Sinfonie in h-moll enthält ebenfalls einen moralischen Anspruch: Die vier pausenlos ineinander übergehenden Sätze schildern das Aufbegehren gegen die Tragödie des Lebens (überschrieben: ,,Stress"), die Liebe als Hoffnungsträger und Befreier (,,Liebe"), das menschliche Bedürfnis nach Spaß und Vergnügen (,,Spiel") sowie das Vertrauen auf Erlösung durch die Liebe (,,Jetzt"). Parrys moralisches Credo gipfelte in der 1917 formulierten, auch heute noch aktuellen Maxime:

Musik ist einer der wirksamsten Funktionsträger der Zivilisation. [...] Und wenn die Zivilisation bedroht ist, wie zur Zeit durch einen schrecklichen Rückfall zu Methoden von Gewalt und Zerstörung, ist es die Pflicht derjenigen, die sich mit den geistigen Werten unserer Zivilisation befassen, ihre Bemühungen bis zum Äußersten fortzusetzen."

(unter Verwendung von: Meinhard Saremba: Elgar, Britten und Co. Eine Geschichte der britischen Musik in zwölf Portraits. Zürich 1994)

Ich danke Kurt Schnitzler für die Überlassung des Werks.

Ulrich Kernen



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