Kammerorchester Plochigen
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Nächste Veranstaltung
Unser nächstes geplantes Konzert Sonntag , 11.10.2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Plochingen geplant. Laut derzeitiger Corona-Ordnung kann es auch (mit beschränkter Zuschauerzahl) stattfinden. Änderungen werden rechtzeitig auf dieser Web-Seite bekannt gegeben.


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Das 1980 gegrndete Kammerorchester Plochingen e.V. im Landkreis Esslingen besteht zur Zeit aus etwa 30 Laienmusikern (Streichern und Blsern), die jeden Dienstag ab 20 Uhr ihrer Liebe zur Orchestermusik nachkommen. Neue Mitglieder zum Mitspielen sind jederzeit willkommen (Kontaktdaten siehe rechts)!



Romantik pur

Das Kammerorchester Plochingen unter der Leitung von Bertram Schade spielte bei seinem letzten Programm am 31. Maerz 2019 in der Plochinger Stadthalle Werke aus der Romantik. Zunchst erklang die Ouvertre aus der Oper Freischtz von Carl Maria von Weber. Im Anschluss folgte eines der berhmtesten Konzertwerke der Romantik, nmlich das Doppelkonzert fuer Violine, Violoncello und Orchester von Johannes Brahms. Nach der Pause wurde das Konzert von einer heute eher unbekannten, aber nicht minder schnen Sinfonie Nr.1 a-Moll des sterreichischen Komponisten Franz Schreker abgeschlossen.

Solistinnen fr das Doppelkonzert waren diesmal die tschechische Geigerin Lenka Matejkov und die neuseelndische Cellistin Aleisha Verner .



Die Presse schreibt ber das Konzert (Plochinger Nachrichten vom 17.4.2019):



ber das Programm: Romantik hochdrei!

Fr sein Frhjahrskonzert am Sonntag, 31. Mrz, um 18 Uhr in der Plochinger Stadthalle hat sich das Plochinger Kammerorchester unter der Leitung von Bertram Schade ganz der Romantik verschrieben. In der Ouvertre zur Oper ,,Der Freischtz" von Carl Maria von Weber erleben die Zuhrerinnen und Zuhrer den in Tne gesetzten Kampf zwischen Dunkel und Hell, zwischen Hass und Friedensliebe. Das Doppelkonzert a-moll opus 102 fr Violine und Violoncello von Johannes Brahms, sein letztes Orchesterwerk, ist der Spiegel einer Freundschaft, die nach jahrelangem Zerwrfnis wieder erwacht. Den Solopart darin haben Lenka Matejkov (Violine) und Aleisha Verner (Violoncello) bernommen. Die bis 2001 vergessene Sinfonie Nr. 1 a-moll (1899) von Franz Schreker erlebt in Plochingen wohl ihre sddeutsche Erstauffhrung: In wundervollen Klangmischungen kann man in die Welt der Sptromantik eintauchen.

Zum Programm:

Carl Maria von Weber: Ouvertre zur Oper ,,Der Freischtz" (1821): Carl Maria von Weber machte viele Wanderfahrten seiner zirkushaft reisenden Familie mit. Das bedeutete fr den Jungen: Offensein fr den Wechsel, fr Neues, fr Fremdes. Hie und da erhielt er etwas Musikunterricht bei guten Meistern. So wuchs etwas Besonderes heran. Ihn reizte das Neue: Von der Umgebung Dresdens beeindruckt und von einer Gespenstergeschichte inspiriert, wandte er sich spter einem deutschen Opernstoff zu. Darin trachteten dmonische Mchte danach, das Gute im Menschen auszulschen. Das Ergebnis war ein Meisterstck hintergrndiger, atmosphrischen Verdichtung. Das Neue daran war, dass Gefhle wurden durch Klangfarben und ,,sprechende" Motive ausgedrckt. Weber bemerkt selbst: ,,Auf die Ouvertre bilde ich mir etwas ein; wer zu hren versteht, wird die ganze Oper wie in einer Nussschale darin finden." Nach einem ,,Vorhang" langsamer Streichertne beschwren die Hrner im Volksliedton Waldidylle herauf, in die sich bald Elemente des Dmonischen mischen. Weber suchte dafr nach den richtigen Klngen: ,,Natrlich musste es eine dunkle, dstere Klangfarbe sein, also die tiefen Regionen der Klarinette, die mir ganz besonders geeignet erschien zum Malen des Unheimlichen, ferner die klagenden Tne des Fagotts, die tiefsten Hrner, dumpfe Wirbel der Pauken und einzelne Paukenschlge." Danach wird der Kampf der finsteren und der guten Mchte ausgetragen. Auf der einen Seite erklingen das Motiv des finsteren Samiel, das "Gewittermotiv" und das ,,Umgarnungsmotiv" des Verfhrers. Wer einmal die Felsenschluchten der ,,Schsischen Schweiz" erlebt hat, kann sich das schauerliche Ambiente vor Augen fhren. Dagegen erhebt sich der helle, zuversichtliche Jubel im Motiv der Agathe, in dem die Flten und die hohen Streicher dominieren. Dieses Ringen gipfelt schlielich in drei Generalpausen, in denen unsere Spannung bis zum uersten gesteigert wird. Dann, in der Coda, findet alles seine Erlsung.

Johannes Brahms: Konzert fr Violine und Violoncello und Orchester a-moll opus 102 : Im Sommer 1887 schrieb Brahms whrend eines Urlaubs am Thuner See sein Doppelkonzert fr zwei Streichinstrumente. Er folgte damit barocken und klassischen Vorbildern. Der Schlssel zum Verstndnis ist jedoch in seiner Biografie zu finden. Er war mit Joseph Joachim, dem berhmtesten Geiger seiner Zeit, befreundet. Bei der Entstehung einiger Werke arbeiteten sie Hand in Hand zusammen. Joachims Frau litt unter der krankhaften Eifersucht ihres Mannes. Und als sich Brahms vor dem Scheidungsgericht als Zeuge auf die Seite der Frau schlug, kam es zum Bruch. Brahms hatte inzwischen dem Cellisten Robert Hausmann ein Konzert versprochen. Gleichzeitig wollte er aber auch mit einer Komposition fr Violine den ersten Schritt zu einer Vershnung mit seinem alten Freund machen. Als ,,Ausweg" bot sich also ein Doppelkonzert an. Joachim nahm das Angebot an und machte wie frher Vernderungsvorschlge, in denen er einige Stellen schwieriger machte, um noch mehr brillieren zu knnen. Dies wurde von Brahms hflich, aber entschieden abgelehnt. Trotzdem blieb Joachim dabei, denn er bemerkte wohl die respektvollen Anspielungen im Stck auf den Freund und ihre Freundschaft - im Miteinander und Gegeneinander der Solisten. Die Introduktion des ersten Satzes verblfft durch unvermittelt aus dem Orchestersatz herausspringende Rezitative der Soli; sie mnden in Dialoge und gemeinsames Agieren. Im ersten Satz wird ferner das Hauptthema eines Violinkonzerts von Viotti zitiert, eines Lieblingswerks Joachims. Im schlichten Andante ,,singen" die beiden Solisten eintrchtig im Oktavabstand miteinander. Auerdem wird Joachim auch nicht entgangen sein, dass Brahms seine Devise F-A-E (frei, aber einsam) als Motiv eingebaut hatte. Im tnzerisch-dmonischen dritten Satz greift Brahms schlielich Joachims Vorliebe fr ungarische Klnge auf. Das Werk ist nicht leicht zugnglich, aber man kann darin immer wieder Neues entdecken.

Franz Schreker Sinfonie Nr.1 a-moll (1899): Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehrte er zu den erfolgreichsten Komponisten. Er experimentierte mit sptromantischen Klngen, war aber auch empfnglich fr die Musik der Impressionisten. 1933 entzogen ihm jedoch die Nationalsozialisten unter dem Etikett ,,Entartete Musik" alle Arbeitsmglichkeiten; er starb ein Jahr darauf. Erst vor wenigen Jahren wurde sein musikalisches Erbe wiederentdeckt und geschtzt. Seine erste Sinfonie, deren letzter Satz verschollen ist, wurde 2001(!) uraufgefhrt. Sie stammt aus seiner romantischen Anfangsphase; da folgte der neunzehnjhrige Wiener Musikstudent noch der an der Musikakademie favorisierten Tonsprache von Johannes Brahms, ging aber mit seiner Sensibilitt fr Nuancen deutlich ber dieses Vorbild hinaus; ungewhnliche Instrumentalfarben und raffinierte Klangmischungen interessierten ihn. Auch in diesem Werk finden sich berraschend frische Klnge. Dem Plochinger Kammerorchester half es bei den Proben, die Musik mit optischen Vorstellungen zu koppeln. So verband man den Anfang des Trios im Scherzo mit den wunderbaren Grntnen irischer Landschaften; die therischen Klnge zu Beginn des dritten Satzes sind sehr bedachtsam zu spielen, als seien sie ,,heilige" Musik... Schreker beschwor hier noch einmal das romantische Zeitalter herauf, bevor er sich an Neues wagte. Mit der Auswahl dieses Werkes folgt Bertram Schade seiner Linie, selten zu Hrendes wieder erlebbar zu machen.

Ulrich Kernen

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Wichtiger Hinweis: Wegen des Corona-Virus gilt folgender geänderter Probenplan:
Nach den Sommerferien (ab 15.9.) proben wir immer dienstags 19:30-22:00 im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses in der Hermannstraße, Plochingen. Der Probentag ist für den 26.9. 10:00-17:00 geplant, Hauptprobe am 6.10. 19:00-22:00 und die Generalprobe am 10.10. 10:00-14:00 Uhr.





 
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