Kammerorchester Plochigen
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Nächste Veranstaltung
Unser nächstes geplantes Konzert Sonntag , 11.10.2020 um 18 Uhr in der Stadthalle Plochingen geplant. Laut derzeitiger Corona-Ordnung kann es auch (mit beschränkter Zuschauerzahl) stattfinden. Änderungen werden rechtzeitig auf dieser Web-Seite bekannt gegeben.


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Das 1980 gegrndete Kammerorchester Plochingen e.V. im Landkreis Esslingen besteht zur Zeit aus etwa 30 Laienmusikern (Streichern und Blsern), die jeden Dienstag ab 20 Uhr ihrer Liebe zur Orchestermusik nachkommen. Neue Mitglieder zum Mitspielen sind jederzeit willkommen (Kontaktdaten siehe rechts)!



Frhwerke russischer Genies im Frhjahrskonzert

Das Kammerorchester Plochingen unter der Leitung von Bertram Schade spielte am 18. Mrz 18 um 18 Uhr sein sinfonisches Frhjahrskonzert in die Plochinger Stadthalle. Auf dem Programm standen drei Frhwerke russischer Komponisten, die Kraft und ungestme Leidenschaft atmen. Die Fantasie-Ouvertre ,,Romeo und Julia" des 30jhrigen Peter Tschaikowski erzhlt von Liebessehnsucht, Hass und Todeskampf. Im Zentrum des Konzert stand das Klavierkonzert Nr. 1 fis-moll von Sergei Rachmaninow, ein Geniestreich des Siebzehnjhrigen (Solistin: Karin Reitz). Und die Sinfonie Nr. Es-Dur von Alexander Borodin beschloss den Konzertabend: Sie ist die erste russische Sinfonie von grerer Bedeutung.



Zum Programm: Alle drei ausgewhlten Werke wurden in existentiellen Ausnahmesituationen als Erstlingswerke komponiert.

Peter Tschaikowski: Romeo und Julia - Fantasie Ouvertre (1869):
Mit einem Bruch aller brgerlicher Sicherheiten begann Tschaikowskis Laufbahn. Aus gutbrgerlicher, weltoffener Familie stammend, verstand er von allen russischen Komponisten am besten, die Aufgeschlossenheit fr die westliche Kultur mit den eigenen Wurzeln zu verbinden. Mit fnfundzwanzig brach der sensible junge Mann mit seiner unproduktiven Arbeit als juristischer Staatsbeamter und mit der Oberflchlichkeit der Petersburger Salons und wandte sich einem Musikstudium zu. Auf Anregung des Komponisten Balakirew befasste er sich 1869 kompositorisch mit dem Stoff von Shakespeares ,,Romeo und Julia". Sein ganzes Leben fhlte er sich zu Themen hingezogen, in denen (wie in seiner eigenen, ihn belastenden, isolierenden Homosexualitt) die Liebe an einem feindlichen, unvershnlichen Schicksal scheitert. Aus diesen Studien und dieser Situation entstand die Fantasie-Ouvertre fr Orchester. Formal lehnt sich das Werk an die Sonatenform an. Die beiden Themen sind die der Tragdie Shakespeares: die Liebe zwischen Romeo und Julia und die unerbittliche Feindschaft ihrer beiden Familien, die schlielich den Tod des jungen Paares herbeifhrt. Die entsprechenden musikalischen Themen erklingen nach der Einfhrung, deren religise Atmosphre vielleicht den mitleidvollen Pater Lorenzo charakterisieren soll. Die tumultartige Auseinandersetzung der beiden Familien weicht bald einer Beschreibung der Liebenden, die in zwei miteinander verbundenen, sehnsuchtsvollen Melodien ausgedehnt wird. Mit der Durchfhrung kehrt die Familienfehde zurck, und die Tragdie nimmt nach einer leidenschaftlichen Wiederholung der Liebesthemen ihren unaufhaltsamen Verlauf. Nach einem erschtternden Hhepunkt verknden die tiefen Streicher, beginnend mit einem Trauermarsch in den Kontrabssen, den Tod Romeos und Julias: Die Musik der beiden Liebenden wird zu einem Klagegesang verklrt; dann endet das Werk in gelhmter, dumpfer Erschtterung.

Sergej Rachmaninow: Klavierkonzert Nr.1 fis-moll (1890/92):
Mit dem Rauswurf aus dem Petersburger Konservatorium 1885 war seine musikalische Ausbildung eigentlich gescheitert. Zahlreiche Schicksalsschlge hatten seine Familie in den Ruin getrieben: Sein Vater, alkoholkrank und spielschtig, hatte das Familienvermgen durchgebracht. Seine Eltern hatten sich getrennt. Seine Schwester und sein Bruder waren an Typhus erkrankt, die Schwester war daran gestorben. Die Wohnung der sechskpfigen Familie hatte aufgegeben werden mssen. Sergej fehlte eine Vaterfigur: Er schwnzte die Schule, seine Zeugnisse strzten ab - sein Klavierunterricht am Konservatorium wurde abgebrochen. Aber: Ein Cousin ermglichte dem Zwlfjhrigen, in Moskau, abseits von seiner Familie, ein Klavierstudium am Konservatorium, das er vorzeitig und mit Auszeichnung 1891 beendete. Weitab von der Bedrngnis und den Enttuschungen begann er, erst siebzehn Jahre alt, in den Sommerferien 1890 auf dem Landgut seiner Vettern sein Klavierkonzert Nr.1 fis-moll, das er im folgenden Sommer in einem Schaffensrausch in nur zwei Tagen vollendete. Es war sein Opus 1. In einem Studentenkonzert brachte er selbst den ersten Satz zur Urauffhrung. Ungehemmter Gefhlsberschwang, rckhaltlose Leidenschaft, ausdrucksvolle Melodien, komplexe Strukturen und subtil gefrbte, an die russisch-orthodoxe Kirchenmusik angelehnte Harmonien prgten sein Musikverstndnis. In einer Revision seines Konzerts setzte er 1917 die Anforderungen an den Solopart noch einmal hher, ohne dass es etwas von seiner einmaligen Intensitt verlor: ein geniales, schwer zu spielendes Erstlingswerk!

Alexander Borodin: Sinfonie Nr.1 Es-Dur (1869):
Borodin sagte ber sich selbst: ,,Ich eile berall hin und komme berall zu spt an." Als unehelicher Sohn eines russischen Frsten geboren, wuchs er wohlbehtet bei seiner Mutter auf, einer Katzennrrin, die ihren kleinen Sohn liebevoll ,,mein 100-Rubel-Katerchen" nannte und ihn noch als Vierzehnjhrigen an der Hand nahm und ihm ber die Strae half, damit er ja nicht unter ein Pferd komme. Aufgewachsen neben einem Exerzierplatz hrte er tagein tagaus Militrmrsche, die er auf dem Klavier nachspielte. Von einem Soldaten erhielt er Fltenunterricht. Seine andere Leidenschaft war von Anfang an aber die Chemie. Er promovierte in Medizin und Chemie und arbeitete als international anerkannter Wissenschaftler. Musikalisch hatte er das Violoncello und die Kammermusik entdeckt und brachte mit Freunden exzessive Musiziernchte und Wochenenden zu. Auch bei seinen ersten Kompositionsversuchen war viel Autodidaktisches im Spiel. berzeugt, dass seine wirkliche Berufung das Komponieren sei, wurde er von Mili Balakirew. Dieser entdeckte in einem kleinen Kreis musikalische Talente und brachte sie auf unkonventionellen Wegen zu selbststndigem und unabhngigem Denken. Die Sinfonie Es-Dur aus dieser Zeit ist das erste groe Werk Borodins und zugleich die erste russische Sinfonie. Ein lngerer Anfall von Zahnschmerzen hatte ihn eine Zeitlang dienstunfhig gemacht, so dass er ,,aus Langeweile" im Bett komponieren konnte. Er pflegte sich dabei ber viele Stunden in einen entrckten ,,Flow-Zustand" zu versetzen. In den schnellen Eckstzen hat man die starke Hand seines Vorbildes Beethoven zu entdecken geglaubt. Das Scherzo greift auf ,,Romeo und Julia" von Berlioz zurck, enthlt aber auch unverkennbar eigene Elemente, wie das zuerst bei einer Flte zu hrende Gelchter. Das Trio ist ein Lied im Stil russischer Folklore. Im Andante flieen nicht enden wollende Melodien im Cello, seinem Lieblingsinstrument.

Ulrich Kernen

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Wichtiger Hinweis: Wegen des Corona-Virus gilt folgender geänderter Probenplan:
Nach den Sommerferien (ab 15.9.) proben wir immer dienstags 19:30-22:00 im großen Saal des evangelischen Gemeindehauses in der Hermannstraße, Plochingen. Der Probentag ist für den 26.9. 10:00-17:00 geplant, Hauptprobe am 6.10. 19:00-22:00 und die Generalprobe am 10.10. 10:00-14:00 Uhr.





 
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